Selten war auf Bochums Straßen mehr los, als am vergangenen Wochenende. Während das Musikfestival “Bochum Total” zum 25. Mal statt fand und dieses Jubiläum gebührend gefeiert wurde, versammelten sich auf dem Ruhrschnellweg drei Millionen Menschen, die sich das “Still-Leben A40″ nicht entgehen ließen. Ein grandioser Abschluss für die Bochumer “Local Heroes”-Woche.
60 Kilometer Autobahn und kein einziges Auto fährt. Was unter normalen Umständen nach einem nervenaufreibenden Superstau klingt, war am gestrigen Sonntag alles andere als ärgerlich. Auf dem Ruhrschnellweg von Duisburg nach Dortmund fuhr zwar kein Auto, dafür waren aber umso mehr Menschen auf dem Asphalt unterwegs und nahmen am großen “Still-Leben A40″ teil. Und es war viel los.
Schätzungen zufolge besuchten über drei Millionen Menschen an diesem einen Tag das große Projekt zum Kulturhauptstadtjahr 2010. Das “Still-Leben” war von Anfang bis Ende gar nicht so ruhig, wie der Name vermuten lässt. Verschiedenste Veranstaltungen gingen über die Tische: Gesang, Musik, Tanz, Theater, Kabarett, Lesungen oder auch einfach nur ein leckeres Essen – alle Facetten der Alltagskultur waren an den Tischen zu finden.
Trotz der ungewöhnlich riesigen Menschenansammlung blieben größere Zwischenfälle aus. Auch auf der extra für die Fortbewegung eingerichteten Mobilitätsspur gab es nur wenige Unfälle. Die Veranstalter zogen eine positive Bilanz des Kultur-Spektakels. Der Ruf nach einer Wiederholung des “Still-Lebens” taucht immer wieder auf, ob es allerdings wirklich ein alle Jahre wiederkehrendes Volksfest geben wird, steht noch in den Sternen.
Am Sonntag war neben dem “Still-Leben A40″ auch der Abschlusstag des 25. “Bochum Total”-Musikfestivals. In der Bochumer Innenstadt feierten abertausende von Besuchern zu poppiger und rockiger Live-Musik. Auch hier gab es keine großen Zwischenfälle und alles verlief sehr harmonisch.
Über insgesamt vier Tage besuchten etwa eine Million Menschen die Bühnen rund um das Bermuda3eck. Bei durchgehend gutem Sommerwetter spielten Bands wie Madsen, Livingston oder Pamela Falcon. Doch gab es nicht nur Musik. Auf der Wortschatz-Bühne wurde zwar weniger gesungen, dafür aber mehr Lesungen und Lyrik vorgetragen.
Veranstalter, Bands und Besucher empfanden das 25-jährige Jubiläum des Festivals als sehr gelungen. Die vier Tage vom 15. bis zum 18. Juli haben eindeutig Lust auf mehr gemacht, so dass bei vielen die Vorfreude auf das nächste “Bochum Total” 2011 bereits aufkam, als die letzte Band gerade erst aufgehört hatte zu spielen.
Das ganze Wochenende war sehr ereignisreich und der krönende Abschluss der Bochumer “Local Heroes”-Woche. Auch abseits der großen Bühnen und der langen Festtafel gab es unterschiedlichste Kulturangebote, bei denen für jeden etwas dabei war. Es ist schade, dass die Woche so schnell vorüber ging.
Doch es gibt einen Trost für alle, die die letzte Woche sehr genossen haben. Denn auch wenn das Kulturhauptstadtjahr 2010 geht, die Kultur wird bleiben.
Hinterlassen Sie einen Kommentar